Die Hebelwirkung auf Forex

Eine der Besonderheiten des Forex-Handels besteht darin, dass man hier von der sogenannten Hebelwirkung profitieren kann. Was aber ist diese Hebelwirkung genau, und wie funktioniert sie?  

Die Hebelwirkung auf Forex
80.6% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

 

Das Prinzip der Hebelwirkung auf Forex

Onlinemakler, bei denen man in den Devisenmarkt investieren kann, bieten ihren Kunden an, von einer Hebelwirkung zu profitieren. Dies bedeutet, dass man mit mehr Geld spekuliert, als man in Wirklichkeit besitzt, um die Gewinnchancen interessanter zu gestalten (erhöht aber auch das Verlustrisiko)

Dieser Hebel kann unterschiedlich hoch sein und liegt meist zwischen 1:100 und 1:400. Eine Hebelwirkung von 1:100 bedeutet, dass Sie Ihre Investition in ein Währungspaar mit 100 multiplizieren. Wo aber kommt dieses Geld her? Das ist ganz einfach: Der Makler selbst leiht Ihnen dieses Geld kostenlos.

 

Deshalb ist die Hebelwirkung beim Handel auf Forex unabdingbar

Um die Bedeutung dieser Hebelwirkung beim Handel auf Forex zu verstehen, muss man wissen, dass die Kursausschläge von Währungspaaren im Vergleich zu anderen Vermögenswerten wie börsennotierte Aktien sehr gering sind. Selbst mit einem beträchtlichen Investitionskapital wäre es ohne Hebelwirkung sehr schwierig, Gewinne zu erzielen.

 

Nehmen wir zur Veranschaulichung des Hebels ein konkretes Beispiel:

Gehen wir davon aus, dass Sie 100 EUR in den Kauf der Cross Rate EUR/USD zum Kurs von 1,25 Pips investieren. Beim Schließen Ihrer Position hat die Cross Rate EUR/USD 1,26 Pips erreicht. Ohne Hebelwirkung errechnet sich Ihr Gewinn wie folgt:

100 x (1,26 – 1,25) = 1

Bei dieser Transaktion würden Sie also nur einen Euro gewinnen.

Stellen wir uns nun denselben Fall vor, jedoch mit einer Hebelwirkung von 1:100. In diesem Fall spekulieren Sie mit einem Betrag von 10 000 EUR, obwohl Sie nur 100 EUR investieren. Ihr Gewinn errechnet sich wie folgt:

10 000 x (1,26 – 1,25) = 100

Statt nur 1 EUR würden Sie jetzt also 100 EUR gewinnen.

Je höher also die Hebelwirkung ist, desto höher fallen die potenziellen Gewinne aus. Aber der Hebel ist ein zweischneidiges Schwert, denn Ihre möglichen Verluste vervielfachen sich in derselben Höhe.

 

Umgang mit dem Risiko der Hebelwirkung auf Forex

Wie wir soeben ausgeführt haben, sollte der Hebel vorsichtig und auf intelligente Art und Weise genutzt werden, da die Verluste von diesem Instrument ebenfalls betroffen sind. Bei einer Hebelwirkung 1:100 wird die Höhe Ihrer Verluste ebenfalls mit 100 multipliziert. 

Im vorhergehenden Beispiel würden Sie also beim Sinken der Cross Rate EUR/USD von 1,25 auf 1,24 Pips ohne Hebelwirkung 1 EUR und mit Hebelwirkung 100 EUR verlieren. Je höher der Hebel ist, desto höher sind die möglichen Verluste. Daher ist es ratsam, die minimale Hebelwirkung zu nutzen, um das Risiko so gering wie möglich zu halten.

 

Sollte man mit oder ohne Hebelwirkung investieren?

In der Folge erfahren Sie, dass es beachtliche Unterschiede zwischen einer Investition mit und ohne Hebelwirkung gibt. Stellen Sie sich vor, dass Sie über ein Kapital von 1000 € verfügen, das Sie im Rahmen des Onlinetradings investieren möchten.

Wenn Sie mit diesem Betrag Aktien zum Preis von je 1 € kaufen, dann haben Sie bei einer Kursveränderung von 1 Cent einen Gewinn bzw. einen Verlust von 10 €, je nachdem, ob der Kurs steigt oder fällt. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass der Kurs der Aktie, mit der Sie spekulieren, plötzlich bei 0 € liegt, würden Sie demnach Ihr ganzes Kapital verlieren, das Verlustrisiko beträgt maximal 1000 €. Dieses Rechenbeispiel zeigt also, wie hoch das Gewinn- bzw. Verlustrisiko bei einer Investition ohne Hebelwirkung ist.

Stellen wir uns nun vor, dass Sie dieselbe Investition mit einem Hebel von 1:20 realisieren. Um bei einer Kursveränderung von 1 Cent denselben Gewinn oder Verlust zu realisieren, müssen Sie jetzt nicht mehr 1000 €, sondern nur noch 50 € investieren. Dank der Hebelwirkung entspricht die Kursveränderung von 1 Cent einem Gewinn oder Verlust von ebenfalls 10 €. Man muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass nicht nur der Gewinn mit 20 multipliziert wird, sondern auch der Verlust. Das Risiko ist also 20 Mal so hoch wie bei einer Investition ohne Hebelwirkung. Wenn Sie eine Kaufposition für eine Aktie im Wert von 1 € zeichnen und der Kurs dieser Aktie auf 0 fällt, dann haben Sie Kapital in Höhe von 20 € verloren.

Wenn Sie mit dem Hebel von 1:20 nicht nur 50, sondern die gesamten 1000 € investieren, dann können Sie zwar mit einer Kurssteigerung von 1 Cent 200 € verdienen, sollte sich jedoch der Kurs nicht wie erwartet nach oben, sondern nach unten bewegen, dann verlieren Sie mit jedem Cent Kursverlust ebenfalls 200 €. Sinkt der Kurs der Aktie in diesem Beispiel um nur 5 Cent, haben Sie Ihr gesamtes Kapital in Höhe von 1000 € verloren.

Dieses Rechenbeispiel zeigt, dass man vor allem bei einer hohen Volatilität des Aktienmarktes und möglichen Kurssprüngen Vorsicht im Umgang mit der Hebelwirkung walten lassen und nur einen kleinen Teil des Kapitals investieren sollte, um nicht das Risiko einzugehen, alles zu verlieren.

 

Wie hoch ist aktuell die durchschnittliche Hebelwirkung?

Sie möchten wissen, welche Hebel zurzeit auf den Tradingplattformen angeboten werden? Diese Frage kann nur schwer präzise beantwortet werden, denn der Hebel hängt zum großen Teil vom Vermögenswert, in den man investiert, sowie von der Volatilität des Aktienmarktes ab. Die Hebelwirkung kann darüber hinaus von einem Broker zum anderen variieren. Darüber hinaus sind die Hebel auf Märkten mit einer hohen Liquidität (beispielsweise auf dem Devisenmarkt) generell höher. Für sehr volatile Vermögenswerte, wie börsennotierte Aktien oder Rohstoffe, die bereits naturgemäß ein höheres Risiko beinhalten, wird dagegen meist ein niedrigerer Hebel angeboten, um das Verlustrisiko bei starken Kursschwankungen einzugrenzen.

Festzuhalten ist darüber hinaus, dass die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) 2018 neue Regelungen erlassen hat, welche für die Tradingplattformen die maximal mögliche Hebelwirkung begrenzen. Die Behörde will damit Privatanleger besonders beim Forex-Trading und beim Trading mit CFDs stärker gegen Verlustrisiken beim Handel an den Finanzmärkten schützen. Es geht einerseits darum, die maximale Hebelwirkung, die ein Broker anbieten darf, zu begrenzen, andererseits wird auch eine minimale Marge für das Tradingkonto eines Traders vorgeschrieben.

Was den Devisenmarkt angeht, so kann der Hebel für Währungspaare nur noch maximal 1:30 betragen, während zuvor ein Hebel von 1:200 nichts Außergewöhnliches war. Die Marge muss hier mindestens 3,33 % der Position betragen.

Was Aktienindizes angeht, so liegt die maximal zulässige Hebelwirkung bei 1:20 und die Mindestmarge bei 5 % des eingesetzten Kapitals.

Für Rohstoffe (außer Gold) liegt die Hebelwirkung nun bei maximal 1:10 und die Mindestmarge bei 10 %.

Für das Trading mit CFDs auf Aktien ist ein maximaler Hebel von 1:5 zulässig und die Marge muss mindestens 5 % betragen.

Die Entscheidung, die Hebelwirkung nach oben zu begrenzen und gleichzeitig die Mindestmarge zu erhöhen, beruht nicht auf einem Zufall. Da das Trading mit einem hohen Hebel ein ausreichend hohes Kapital voraussetzt, muss die Marge entsprechend hoch sein, damit man in der Lage ist, bei hohen Kursschwankungen eine oder mehrere Positionen offenzulassen. Dank dieser neuen Vorschriften können Privatanleger nun nicht mehr ihr gesamtes Tradingkapital verlieren, denn eine Position kann nicht ohne die entsprechende Marge gezeichnet werden. Wird diese Mindestmarge nicht erzielt, wird die Position automatisch geschlossen. Das Schließen der Position erfolgt also bereits, bevor das Kapital ganz aufgebraucht ist. Ein Trader kann somit keinen negativen Saldo (was eine Schuld gegenüber dem Broker bedeuten würde) auf seinem Tradingkonto haben.

 

Welches ist die richtige Hebelwirkung, um seine Chancen zu maximieren und das Risiko zu minimieren?

Zum Schluss dieses Artikels erhalten Sie noch einige Ratschläge, mit deren Hilfe Sie die Hebelwirkung so gut wie möglich nutzen können. Unerfahrene Trader, die gerade die Welt der CFDs entdecken, können von der Hebelwirkung angezogen sein, da diese die Möglichkeit bietet, die potenziellen Gewinne zu vervielfachen. Dennoch sollte man diesen Hebel mit Vorsicht einsetzen und vor allem die Höhe genau bestimmen.

Generell kann man sagen, dass eine Hebelwirkung von den Investitionsabsichten abhängt. Das bedeutet, dass man bei einem sehr kurzfristigen Trading einen höheren Hebel einsetzt als bei einer langfristigen Position. Im Rahmen einer Scalping-Strategie kann man beispielsweise den maximalen Hebel nutzen, den der Broker für den gewünschten Vermögenswert anbietet. Bei einer langfristigen Position ist dies jedoch nicht nur unnötig, sondern sogar riskant, da bereits Mikrobewegungen oder vorübergehende Kurskorrekturen zum Schließen der Position führen, sofern die Marge nicht ausreichend ist.

Generell sollte man vor jeder Entscheidung für eine Hebelwirkung die Volatilität des betreffenden Vermögenswerts im Zeitverlauf sowie die Investitionsstrategie testen. Moderne Tradingplattformen stellen dafür interessante Tools zur Verfügung. So kann man beispielsweise mithilfe von Charts die historischen Kurse des Vermögenswerts analysieren oder mit einem Demokonto das Trading zu realen Bedingungen testen und auf diese Weise Erfahrungen sammeln, bevor man das eigene Kapital aufs Spiel setzt.

 

Unsere Erfahrungen mit der Hebelwirkung beim Onlinetrading

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Hebelwirkung ein sehr interessantes Tool für Investoren ist, die online Geld verdienen möchten. Allerdings kann ein schlechter Umgang mit diesem Tool ein hohes Risiko für das investierte Kapital darstellen.

Trader, die nicht über sehr umfassende Erfahrungen im Trading verfügen, oder Trader, die langfristige Positionen anstreben, sollten daher die Hebelwirkung meiden oder nur sehr niedrige Hebel nutzen. Erfahrene Trader mit einer kurzfristigen Investitionsstrategie können sich jedoch die positiven Aspekte der Hebelwirkung zunutze machen.

 

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