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Die Effizienzmarkthypothese

Die Effizienzmarkthypothese wurde vom Wirtschaftswissenschaftler Eugene Fama entwickelt und ist auch heute noch für Trader interessant. Diese Theorie geht davon aus, dass die Reaktionen in einem entwickelten Markt, in dem die Marktteilnehmer alle Marktinformationen besitzen, unverzüglich erfolgen und korrekt sind.

Es handelt sich hier also um einen guten Indikator dafür, ob man durch eine Analyse stichhaltige Informationen erhalten kann.

 

Wie interpretiert und nutzt man die Effizienzmarkthypothese?

Die Effizienzmarkthypothese geht davon aus, dass es für einen Investor umso weniger möglich ist, in einem Markt unerwartete Gewinne zu erzielen und ihn auf lange Sicht zu schlagen, je "effizienter" dieser Markt ist, das heißt, je entwickelter er ist und je mehr Informationen über ihn zugänglich sind.

Der theoretische Preis eines Vermögenswerts stimmt daher genau mit seinem echten Wert überein, und eine Über- oder Unterbewertung des entsprechenden Vermögenswerts ist nur selten zu beobachten. Ein effizienter Markt ist also für Trader interessant, die mit dem Trend traden, jedoch nicht sehr attraktiv für Trader, die auf hohe Gewinne spekulieren.

 

Die verschiedenen Arten der Markteffizienz

Bei der Entwicklung seiner Effizienzmarkthypothese hat Eugene Fama drei verschiedenen Arten der Effizienz unterschieden. Die Einteilung beruht im Wesentlichen darauf, wie zugänglich die Informationen über den Markt für Investoren sind. Man unterscheidet folgende Arten der Effizienz: 

  • Schwache Effizienz (Weak Form): In diese Kategorie fallen Märkte, deren Effizienz als schwach eingestuft wird. Dies bedeutet, dass es nur mit den Informationen aus der technischen Analyse, vor allem der historischen Kurse, möglich ist, einen Anstieg oder ein Sinken der Kurse zu antizipieren. Da in diesem Fall die meisten Vergangenheitsdaten bekannt sind, sind diese bereits in die aktuellen Kurse eingepreist. Zukünftige Notierungen können daher nicht vorhergesehen werden, was die Chartanalyse überflüssig macht.
  • Mittelstarke Effizienz (Semi Strong Form): Bei einer mittelstarken Effizienz sind in die Kurse auch bereits Informationen wie Fusionen, Dividenden, Entlassungen und Ergebnisse eingeflossen. In diesem Fall wird der Preis des Vermögenswerts sehr reaktiv auf die diversen Publikationen reagieren. Veröffentlichte Informationen fließen sofort in den Preis dieses Vermögenswerts ein und die Vorhersagen bleiben also längere Zeit komplex.
  • Starke Effizienz (Strong Form): Von einer starken Effizienz spricht man, wenn zusätzlich zu den bereits bei einer schwachen und mittelstarken Effizienz enthaltenen Informationen (also Performance und öffentliche Informationen) auch bereits nichtöffentliche Informationen (Insiderinformationen) in den Preis des Vermögenswerts eingeflossen sind. Alle Informationen sind also allen Marktteilnehmern bekannt und folglich bereits eingepreist. Da zukünftige Entwicklungen nicht absehbar sind, ist es also sehr komplex bzw. sogar unmöglich, Gewinne zu erzielen.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass bei einer starken Effizienz nicht wirklich attraktive Gewinnmöglichkeiten bestehen, außer bei einer kurzfristigen Strategie und der Nutzung.