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Die Candlestick-Charts

Wie Sie sicherlich wissen, kann die Chartanalyse des Kurses eines Vermögenswerts auf der Basis verschiedener Chartdarstellungen erfolgen.

Candlestick-Charts gehören dabei aufgrund ihrer Präzision und der Menge an Informationen, die man aus ihnen ableiten kann, zu den meistgenutzten Charts.

 

Erstellung von Candlestick-Charts

Candlestick-Charts gehören zweifellos zu den ältesten Darstellungen. Sie wurden in Japan entwickelt, und man nennt sie daher auch "japanische Kerzencharts". Ende des 17. Jahrhunderts dienten sie dazu, eine technische Analyse des Reispreises zu erstellen.

Das Prinzip der Candlestick-Charts wurde jedoch schnell auch von anderen Analysten und für andere Märkte als für den Reismarkt übernommen. Heute nutzen quasi alle Trader solche Charts, um damit technische Analysen zu erstellen.

 

Das stellen die Candlestick-Charts dar

Wenn man ein Candlestick-Chart betrachtet, stellt man fest, dass die klassischen Balken hier durch Kerzen ersetzt wurden. Durch einen Farbcode kann man fallende Kurse, die häufig durch schwarze oder rote Kerzen dargestellt werden, von steigenden Kursen unterscheiden, die wiederum durch weiße oder grüne Kerzen abgebildet werden.

Eine solche Kerze entsteht durch den Eröffnungskurs, den Schlusskurs sowie den jeweils höchsten und den niedrigsten Kurs des entsprechenden Zeitraums.

Jede Kerze im Candlestick-Chart wird durch einen breiteren Teil und zwei vertikale Dochte gebildet, die sich oberhalb und unterhalb des breiteren Teils befinden. Ist die Kerze grün, so bedeutet dies, dass der Schlusskurs höher als der Eröffnungskurs war; das Gegenteil ist bei einer roten Kerze der Fall.

Die Länge des Körpers gibt dementsprechend einen Hinweis auf den Unterschied zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs. Je länger der Körper ist, desto ausgeprägter ist also der Trend.

 

Interpretation der Candlestick-Charts

Man kann zwar bei einem Candlestick-Chart bereits mit einem Blick eine gute Situationsanalyse erstellen, erfahrene Trader werten jedoch die Muster aus, die von diesen Kerzen erzeugt werden und die man "Candlestick-Pattern" (Kerzenmuster) nennt. Wir interessieren uns hier ausschließlich für die Kerzen, unabhängig von diesen Mustern. 

  • Marubozu: Dies sind Kerzen, die auf einen starken Kaufs- oder Verkaufsdruck hinweisen.
  • Opening Marubozu: Wenn die Kerze nur oben einen Docht aufweist und unten keinen, so deutet dies auf einen zukünftigen Aufwärtstrend hin. Besitzt die Kerze dagegen nur unten einen Docht, so deutet dies im Allgemeinen einen bevorstehenden Abwärtstrend an.
  • Hammer: Dies sind kurze Kerzen, die unten einen sehr langen Docht besitzen. Sie weisen meistens auf eine Umkehr des Abwärtstrends nach oben hin.
  • Hanging Man: Im Gegensatz zum Hammer haben diese Kerzen oben einen langen Docht und kündigen eine Umkehr des Aufwärtstrends nach unten an.
  • High Wave: Dies ist eine kurze Kerze, mit je einem Docht oben und unten. Diese Konfiguration weist meistens auf eine Trendwende hin.
  • Doji: Hier handelt es sich um Figuren, die keinen Kerzenkörper besitzen und oft ein Synonym für eine mehr oder weniger ausgeprägte, zögerliche Haltung der Investoren sind.